Topik

 

Marijan Pavčnik, Das „Hin- und Herwandern des Blickes“. Zur Natur der GesetzesanwendungRechtstheorie: Vol. 39, No. 4, pp. 557-572.

 

 

 

 

Nierhauve, Rechtsklugheit – Beitrag zu einer Rhetorischen Rechtstheorie –, Frankfurt am Main 2016.

ders., Rechtsklugheit, Topik und Rhetorik – Fähigkeit und Fertigkeit von Juristinnen und Juristen, in: ZDRW Heft 02/2016, im Erscheinen.

 

Zur Rechtsklugheit – Eine heuristische Begriffsannäherung, in: Bäcker/Ziemann (Hrsg.), Junge Rechtsphilosophie, Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie – Beiheft 135, Stuttgart 2012, S. 127-141.

 

Fritjof Haft, Juristische Rethorik, 8.Aufl.,
     

referierend: Lena Foljanty,Recht Oder Gesetz, S.212 ff.

 

Eike von Hippel , Kampfplätze der Gerechtigkeit: Studien zu aktuellen rechtspolitischen Problemen, hält Fritz von  Hippel für einen topischen  Pionier

 

Katharina Gräfin von Schlieffen, Bottom up! Rechtskompetenz Lernen! Ein Konzept auf rhetorischer Grundlage, in: ZDRW (Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft), Heft 1, 2013, S. 44 – 61.

 

jetzt auch, Das Republikprinzip in der Rechtsordnungengemeinschaft

Methodische Annäherungen an die Normalität eines Verfassungsprinzips

 

vergl. auch Gerhard Neudecker , Ius sequitur vitam: der Dienst der Kirchengerichte an der Lebendigkeit des 

 

Die Topik als "Hilfsmittel der Rechtsfortbildung zur Auffindung von Argumenten für die Ausfüllung von Gesetzeslücken durch Problemerörterung am Einzelfall" zeigt Michael Müller-Hegen in seiner Diss., Die Haftung für Aufklärungsfehler im Arztrecht

unter besonderer Berücksichtigung ihrer dogmatischen Grundlagen

 

 

krit.Heinrich Hosell, Theo Mayer-Maly,Rechtswissenschaft: Eine Einführung in das Recht und seine Grundlagen

 

Fabian Steinhauer, The boundaries between rhetoric and law I - Die rechtlich‐rhetorischen Grenzen- Examples from Max Kaser, Fritz Schulz and Uwe Wesel - Beispiele von Max Kaser, Fritz Schulz und Uwe Wesel

 

krit z.B. Chr.Strack in Handbuch des Staatsrechts: Band XII: Normativität und Schutz der Verfassung, hrsg. von Isenseeu.a.

 

 

Nachgezeichnet wird die Diskussion jetzt bei

 

BENJAMIN HERZOG, Anwendung und Auslegung von Recht in Portugal und Brasilien

Eine rechtsvergleichende Untersuchung aus genetischer, funktionaler und postmoderner Perspektive. Zugleich ein Plädoyer für mehr Savigny und weniger Jhering

 

Annett Kwaschik, Die Parteivernehmung und der Grundsatz der Waffengleichheit im Zivilprozess ..., S.136 ff.

 

Bücherschau bei Simon/Lahusen KritV 2007,

 

Gröschler, Subsumtion - Technik oder Theorie?, 2014

 

 

Recht und Staat als Objektivationen des Geistes in der Geschichte, Teil 3

 

Heun, Original Intent und Wille des historischen Verfassungsgebers,AöR 116 (1991), S. 185 ff. (insb.)

 

Norbert Horn, § 18, V.

 

Schwöbbermeyer, Friedrich-Wilhelm, Rechtsgewinnung im gesetzlich ungeregelten Raum,2003

 

Christian Clemens, Strukturen juristischer Argumentation.1977

 

Christian Djeffal, Die herrschende Meinung als Argument -Ein didaktischer Beitrag in historischer und theoretischer Perspektive, ZjS 2013

 

Für die "klassische" Auffassung ("Die Ermittlung des Rechts durch systematisch-dogmatische Arbeit") jetzt wieder Picker,Richterrecht“ und Gewaltenteilung, Vortrag in Reutlingen, 3.4.2012 (Zuvor schon ders., JZ 1988, mit Kritik an Josef Esser, dem "Lehrstuhlvorvorgänger") 

Thomas Riehm,Die „Würdigung aller Umstände des Einzelfalls“ - ein unbekanntes Phänomen, Rechtswissenschaft 2013,
S. 1 ff.

Die „Würdigung aller Umstände des Einzelfalls“ ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung ein häufig verwendeter Topos. Der vorliegende Beitrag behandelt die rechtstheoretische Einordnung dieser Figur im Rahmen des Justizsyllogismus, untersucht ihre Struktur und entwickelt Maßstäbe für die Kontrolle derartiger Einzelfallabwägungen.

 

Ernst A. Kramer, TOPIK UND RECHTSVERGLEICHUNG, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht / The Rabel Journal of Comparative and International Private Law 33. Jahrg., H. 1 (1969), pp. 1-16

 

Guenther Kreuzbauer,  Topics in Contemporary Legal Argumentation: Some Remarks on the Topical Nature of Legal Argumentation in the Continental Law in  Tradition,  Informal Logic, Vol. 28, No. 1 (2008), pp. 71-85

 

Avenarius, Universelle Hermeneutik und Praxis des Rechtshistorikers und Juristen. Die Entwicklung ihres Verhältnisses im Lichte der Diskussion zwischen Gadamer und WieackerIn: Stephan Meder/Gaetano Carlizzi/Christoph-Eric Mecke/Christoph Sorge (Hrsg.), Juristische Hermeneutik zwischen Vergangenheit und Zukunft, Baden-Baden 2013, S. 59-103

 

siehe jetzt

 

Justyna Holocher, Juristische Topik. Erfindungs- und Begründungsperspektive, 2012

 

Dies.,Topisch – hermeneutischer Kontext der juristischen Erfindung, ARSP 2013, S. 228 - 240

 

von Schlieffen, Das Enthymem – Ein Modell juristischen Begründens, in: Rechtstheorie 2011, Sonderheft – Rechts- rhetorik, S. 599–619.2012.

 

Hermann Klenner,Zur Juristentopik der Moderne, Neue Justiz 1992, S. 284 - 288. 

 

Stefan Brink, Über die richterliche Entscheidungsbegründung, Funktion Position - Methodik

oder den Beitrag von Gast zur Rethorik unter 

http://www.enzyklopaedie-rechtsphilosophie.net/neue-beitraege/19-beitraege/79-rhetorik

 

Ferner: Subsumtion - Schlüsselbegriff der Juristischen Methoden- lehre. Hrsg. v. Gottfried Gabriel u. Rolf Gröschner

 

Demnächst Ludwig, Roland: "Die Interessenjurisprudenz im Wandel zur Wertungsjurisprudenz"

 

hierzu auch : Jens Petersen, Von der Interessenjurisprudenz zur Wertungsjurisprudenz, 104 S., Tübingen 2001.

 

Seibert, Thomas-M.,  Die prozedurale Topik und das juristische Archiv, in Rhetorik, Hrsg. v. Beetz, Manfred / Dyck, Joachim / Neuber, Wolfgang / Oesterreich, Peter L. / Ueding, Gert

 

Gerhard Otte hat unter dem Titel "Zwanzig Jahre Topik-Diskussion" 1970 die bis dahin geführte Topik-Diskussion nachgezeichnet,s. Otte, Zwanzig Jahre Topik-Diskussion: Ertrag und Aufgaben, in: Rechtstheorie 1970, S. 133 ff.

 

ders., Die historische Topik und ihre Rezeption durch Theodor Viehweg, in: Akten des 36. Deutschen Rechtshistorikertages 2006 (2008), S. 427-438

 

Einen guten Überblick vermittelt Schwerdtner, Rechtswissenschaft und kritischer Rationalismus,RTh 1971, S.

 

siehe auch Thienel, Rudolf: Kritischer Rationalismus und Jurisprudenz. Zugleich eine Kritik an Hans Alberts Konzept einer sozialtechnologischen Jurisprudenz. ( = Schriftenreihe des Hans Klesen- Instituts, 17)1991

 

Potcas, Kritischer Rationalismus und Rechtswissenschaft, in: Neck/Salamun (Hrsg), Karl R. Popper – Plädoyer für kritisch-rationale Wissenschaft, Frankfurt am Main-Berlin-Bern-Bruxelles-New York-Oxford-Wien 2004, 109-126

 

Wikipedia zufolge ist Topik 5. und damit vorletzte Buch des Aristoteles, eine Zusammenstellung von Schriften des antiken griechischen Philosophen. Übersetzt wurde das Werk durch den bekannten Staatsanwalt von Kirchmann

 

siehe jetzt Arthur Merin, Topik und und Wahrscheinlichkeit im juristischen Argument, in Gerechtigkeitswissenschaft - Kolloquium aus Anlass des 70. Geburtstages von Lothar Philipps, 2005, S. 103 - 115

 

Kaspar Renner, Topik in Philologie und Jurisprudenz. Mit besonderem Blick auf Ernst Robert Curtius und Theodor Viehweg, in: Claudia Lieb u. Christoph Strosetzki (Hrsg.): Philologie als Rechts- und Literaturwissenschaft. Germanistik und Romanistik 1770-1870, Heidelberg 2012

 

für die Politikwissenschaft ist Hennis zu nennen, s. die Nachweise bei Thomas Gutschker, Aristotelische Diskurse - Aristoteles in der politischen Philosophie des 20. Jahrhundert, S. 196 f.

Hier soll über den weiteren Verlauf berichtet werden:

 

o. Relativ gut erforscht ist die Geschichte der Topik, hierzu z.B.

 

Jan Schröder, Zur Analogie in der juristischen Methodenlehre der frühen Neuzeit, Zeitschrift der Savigny Stiftung - Germanistische Abteilung, 1997, S. 1 ff.

vergl.auch die Ausführungen von denselb. auf der Tagung

„Muster im Wandel. Zur Dynamik topischer Wissensordnungen in Spätmittelalter und Früher Neuzeit.“

 

Veranstalter: FG 606 – Topik und Tradition. Prozesse der Neuordnung von Wissensüberlieferungen des 13. bis 17. Jahrhunderts.

Ort, Datum: Freie Universität Berlin, 30.11.-2.12.2006, Bericht von: Frank Jasper Noll, Berlin

"…

Die erste Sektion der Tagung (juristische Topik und ihre Geschichte) wurde von Jan Schröder eröffnet, der über „Topik und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit“ sprach. Für die Rechtswissenschaft war und ist die Topik vor allem als Argumentationslehre im Hinblick auf die Beweisführung vor Gericht von Bedeutung. Ihren Höhepunkt erlebte die allgemeine juristische Topikliteratur im 16. Jahrhundert: Betont wird unter anderem der Nutzen topischer Maximen bei lückenhafter Gesetzeslage. Im 17. und 18. Jahrhundert bekommt die historische Erfahrung im Sinne einer Sachkenntnis deutlich höheren Stellenwert gegenüber der rein formalen Topik, die jedoch weiter besteht und innerhalb der Jurisprudenz fachspezifisch ausdifferenziert wird. Im Zusammenhang der juristischen Interpretationstheorie werden Topoi-Kataloge bereits im späten 15. Jahrhundert zur Kommentierung von Gesetzen genutzt."

 

Jan Schröder, Recht als Wissenschaft : Geschichte der juristischen Methodenlehre in der Neuzeit (1500 - 1933), 2., überarb. und wesentlich erw. Aufl.



Gerhard Otte: Theologische und juristische Topik im 16. Jh.in Jan Schröder (Hrsg.), Entwicklung der Methodenlehre in Rechts- wissenschaft und Philosophie vom 16. bis zum 18. Jahrhundert - Beiträge zu einem interdisziplinären Symposion in Tübingen, 18.-20. April 1996

von Waldenstein, Topik und Intuition in der römsichen Rechtswissenschaft, Festgabe Herdlitczka, 1972, S.237 ff., zit. nach Knüttel, Zur Rechtsfindung der Römer, GS Heinze, S.475 ff.

1. Struck, Gerhard: Topische Jurisprudenz : Argument u. Gemeinplatz in d. jurist. Arbeit,

Der Topoikatalog dieser Arbeit ist einsehbar unter:

http://www.jura.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/dreier/vergangene_ semester/ sommersemester_2006/rechtstheorie_ und_juristische_ methodenlehre/

 

Zu Topoikatalogen: Wiedemann, Conrad: Topik als Vorschule der Interpretation. Überlegungen zur Funktion von Toposkatalogen. - In: Topik. Beiträge zu einer interdisziplinären Diskussion. Hg. von Dieter Breuer und Hemut Schanze. - München: W. Fink 1981, S. 233-255

 

2. Shu-Perng Hwang, Rechtsbindung durch Rechts- ermächtigung. Ein topisches Verständnis der Reinen Rechts- lehre zur Erläuterung des Verhältnisses von Richterbindung und Richterfreiheit, Rechtstheorie

 

3. Rhetorik im Recht: Ortsbestimmung und Überblick von Rodingen, Hubert, in Rhetorik, Herausgegeben von Dyck, Joachim u.a , S. 85-105

 

4. Agnes Launhardt, Topik und Rhetorische Rechtstheorie : eine Untersuchung zu Rezeption und Relevanz der Rechtstheorie Theodor Viehwegs mit Rezension Dieter Simon

http//www.docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/


DerivateServlet/ Derivate-3244

5. Klaus Rehbock, Topik und Recht Eine Standortanalyse unter besonderer Berücksichtigung der aristotelischen Topik, 1988

 

6. Zum Verfassungsrecht Peter Schneider und Horst Ehmke, Prinzipien der Verfassungsinterpretation, VVdStRL 20, 1963 (krit. zu den Referaten Leibholz, aaO,S.117 f. )

 

8. Eric Hilgendorf, Die Renaissance der Rechtstheorie 1965 - 1985 (Stand 2004); hierzu Ralf Dreier, Von der Rechtsphilosophie zur Rechtstheorie und wieder zurück? FS Chr. Starck

 

9. Franz Wieacker, Die Bedeutung der Topik und des sog. „Vorverständnisses" für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis(Vortrag im Rahmen der Reinhäuser Juristenzusammenkünfte)

ders., Über strenge und unstrenge Verfahren der Rechts- findung, in Im Dienst an Recht und Staat - Festschrift Werner Weber, 1974, S. 412 ff. (herausgegeben von Hans Schneider und Volkmar Götz)

ders., Die juristische Sekunde - Zur Legitimation der Konstruktionsjurisprudenz, in Existenz und Ordnung, FS Erik Wolf, S.421 ff., S. 451 f.

10.Ota Weinberger, Topik und Plausibilitätsargumentation, in: ARSP 1973, 17 ff., 24. 11.

 

11. Lüdersen, Dialektik,Topik und „konkretes Ordnungs- denken" in der Jurisprudenz, in: Günter Warda (Hrsg.), Festschrift für Richard Lange zum 70. Geburtstag, Berlin 1976, S. 1014-1042 = Klaus Lüderssen, Genesis und Geltung
in der Jurisprudenz

 

 

ders., Juristische Topik und konsensorientierte Rechts-geltung, in: Norbert Horn u.a. (Hrsg.), Festschrift für Helmut Coing zum 70. Geburtstag, München 1982, S. 549-564.

ders., Schiller und die Jurisprudenz. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) Band 31, 1 (2006), S. 177--200.

Abstract:

Schillers Dramen sind das Ergebnis einer Dialektik zwischen Idealismus und Realismus. Man kann in Schillers Dramen deshalb auch über das Medium der narrativen Argumentation das Klima für einen Rechtsbegriff diagnostizieren, der soziologisch-positiv, komplex, abgestuft, individualisierend, nicht immunisierend und ohne Phobien gegen Paradoxes ist. Über die – durch (der Literatur und dem Recht gemeinsame) Narrativität und Rhetorik bestimmte – juristische Topik wird der Weg zur juristischen Denkform der Natur der Sache geebnet. Diese ist offen für – Sachverhalt und Wertung dialektisch verknüpfende – Erfahrungen, die demokratischen Regeln genügende Anerkennung verschaffen und damit rechtliche Verbindlichkeit erlangen können. Diese Position hat in der Rechtstheorie immer noch keinen rechten Platz und könnte deshalb durch die Literatur, nun eben Schiller, deutlicher werden.



Quelle:http://iasl.uni-muenchen.de/register/iasl006.html

 

12. Christian Fischer, Topoi verdeckter Rechtsfortbildungen im Zivilrecht nit Bsp. G. Köbler

Ergebnisse und Kurzdarstellung unter http://www.rewi.uni-jena.de/Zur+Person_p_4807-path-4806.html#Ver%C3% B6ffentlichungen

 

Rez.unter http://www.koeblergerhard.de/ ZRG125 Internetrezensionen  2008/FischerChristian-Topoiverdeckter Rechtsfortbildungen.htm

 

13. Stefan Baufeld: Diesseits der Logik. Warum die Logik zur Lösung juristischer Probleme wenig beiträgt und warum die topische Rhetorik dies kann in Carsten Bäcker/ders.,Hrsg., Objektivität und Flexibilität im Recht - Tagungen des Jungen Forums Rechtsphilosophie (JFR) in der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR) im September 2004 in Kiel und im April 2005 in Hagen
Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie - Beihefte (ARSP-B)
Band 103,2005

hierzu Newsletter des Jungen Forums Rechtsphilosophie 2005 unter http://myweb.ncku.edu.tw/~philaw/documents/JFR-newsl-1_2_2005.pdf

 

14. Katharina Gräfin von Schlieffen, Zur topisch-pathetischen Ordnung juristischen Denkens, in Recht verhandeln - Argumentieren, Begründen und Entscheiden im Diskurs des Rechts, hrsg. von Kent D. Lerch

 

15. Eine ältere Diskussion wird unter dem Stichwort Dialektik und Topik geführt
Hierzu: Pöggeler, Otto: Dialektik und Topik, in: R. Bubner/ K. Cramer/ R. Wiehl (Hg.), Hermeneutik und. Dialektik, FS für H.G. Gadamer, Bd. II, Tübingen 1970,

aus neuerer Zeit: Gröschner, Dialogik und Jurisprudenz. Die Philosophie des Dialogs als Philosophie der Rechtspraxis, Tübingen 1982

Ferner Rolf Gröschner, Dialogik der Rechtsverhältnisse in Rechtsphilosophie im 21.Jahrhundert, herausgegeben von Winfried Brugger, Ulfrid Neumann und Stephan Kirste, 2010 Inhaltsverzeichnis unter: http://www.suhrkamp.de/buecher/ rechtsphilosophie_im_jahrhundert-_29494.html?d_view= inhaltsverzeichnis

 

16. Ein weiteres Stichwort ist Zetetik. Nach Wikipedia versteht man in der Rechtswissenschaft darunter die kritische, nicht an Dogmatik gebundene Textanalyse zum Zweck der Forschung; Verweis auf  Theodor Vieweg: Systemprobleme in der Rechtsdogmatik und Rechts- forschung, in: Axel Diemer: System und Klassifikation in Wissenschaft und Dokumentation, 1969, 96-104, hierzu auch Lorenz Schulz in Auf dem Weg zur Idee der Gerechtigkeit : Gedenkschrift für Ilmar Tammelo, hrsg. von Raimund Jakob, S. 169 ff.

 

 

Zu „Typen zetetischer Argumentation“ auch Franz Martin Wimmer, Du sollst argumentieren| - zur Logik juristischer Argumentation in  Helmuth Vetter und Michael Potacs: Beiträge zurjuristischen Hermeneutik. Wien  1990, S. 106-114

 

 hierzu auch STEPHAN MEDER, Zetetik versus Dogmatik? Eine Grundfrage der juristischen und theologischen Hermeneutik,2013

 

 

17. Busse, Juristische Semantik


18. Carolin Weirauch, Juristische Rhetorik, 2004

 

19. Treffende Kritik an der Wertungsjurisprudenz in ZHR 2006, S.774: "Es ist ein Grunddilemma der Wertungs- jurisprudenz, dass im Wege der Auslegung einer Rechtsnorm nur das zum Vorschein kommen kann, was zuvor durch den Interpreten als Normzweck vorgeblich objektiv postuliert wurde."

 

20.Rüthers/Fischer/Birk behandeln in "Rechtstheorie - Begriff, Geltung und Anwendung des Rechts", 5. Aufl.,2010 das Problem recht knapp unter:

§ 18. Freirecht und Topik 395
A. Freirechtsschule 395
B. Juristische Topik 397
I. Was bedeutet juristische Topik? 397
II. Chancen dialogischer Jurisprudenz 398
III. Grenzen der Topik 398
C. Zusammenfassung

 

21. Unzweifelhaft besteht eine Verbindungzwischen Topik und Freirechtsschule. Allerdings ranken sich gerade um die Freirechtsschule vielfältige "Mythen", s. J. Rückert, Vom "Freirecht" zur freien "Wertungs-jurisprudenz" - eine Geschichte voller Legenden, in: ZSGerm 125 (2008), S.199-255 und Arthur Kaufmann, JUS 1965, S. 1 ff.

Werner Krawietz, Freirechtslehre, in Historisches Wörterbuch der Philosophie, Band 2, hrsg. von Ritter, Joachim

Zu den Verbindungslinien Jürgen Schmidt, Das Prinzipielle in der Freirechts-Bewegung, 1968, ZB. S. 136, S. 157 f.

Einen guten Überblick anhand der seinerzeit die Diskussion prägenden Aufsätze geben A. Gängel und K. A. Mollnau in dem von ihnen herausgegebenen Band "Gesetzesbindung und Richterfreiheit - Texte zur Methodendebatte 1900 - 1914 

Fuchs, Ernst, Was will die Freirechtsschule?” 1929; “Gerechtigkeits- wissenschaft”, hrsg. von A. S. Foulkes und A. Kaufmann 1965;

“Gesammelte Schriften über Freirecht und Rechtsreform”, hrsg. von A. S. Foulkes 2 Bände, 1970–1973.

 

siehe jetzt auch :

Jan Schröder: Philipp Heck und die Freirechtsbewegung in Jan Wilhelm/ Reinhard Richardi/Thomas Lobinger, FS Picker 

Joachim Rückert, Frei und Sozial als Rechtsprinzip, 



Ferner Frommel a) Hermann Ulrich Kantorowicz (1877 - 1940). Ein streitbarer Relativist,in: KJ (Hrsg.), Streitbare Juristen. Eine andere Tradition, Nomos 1988, S. 243 ff;

modifiziert abgedruckt in: Hermann Ulrich Kantorowicz (1877-1940) - Ein Rechtstheoretiker zwischen allen Stühlen, in: Deutsche Juristen jüdischer Herkunft, hrsg. von Heinrichs u. a., 1993, S. 631 ff.

Ferner Rezension zu Karl Heinz Muscheler, Relativismus und Freirecht. Ein Versuch über H. Kantorowicz (C.F. Müller 1984);

b) ders., H.U.Kantorowicz. Eine Biographie (Freiburger Rechts- wissenschaftl. Abhandlungen, NF Bd. 6, Duncker & Humblot, 1984),

Der Kern dürfte darin liegen, dass man entgegen Rühers,a.a.O., nicht unterstellen kann, dass die Freirechtsschule eine Bindung an Recht und Gesetz leugnet.

Breuer, Dieter und Hemut Schanze (Hg.): Topik. Beiträge zu einer interdisziplinären Diskussion. - München: W. Fink 1981

 

17. Siehe auch die Ausführungen von E.Stein Die rechts- wissenschaftliche Arbeit: methodische Grundlegung und praktische Tipps,2000 und bei I.Puppe, Kleine Schule des Juristischen Denkens (unter F: Die systematische Methode 175; I. Systematik und Topik 175)

 

Ferner Arthur Kaufmann, Rechtsphilosphie, 2. Aufl., S. 37, der meint, die Losung der Topik sei "Argumentieren im offenen System".

Andreas Dörpinghaus/ Karl Helmer (Hrsg.),Topik und Argumentation,2004

Problematisch - und wahrscheinlich auch ein Kern der Diskussion bzw. einiger "Missverständnisse" - ist der Begriff des System bzw. das Maß seiner Offenheit.

 

18. Kye Il Lee, Die Struktur der juristischen Entscheidung aus konstruktivistischer Sicht, 2010

 

19.Rüdiger Bubner, Dialektik als Topik

 

20. Bernd H. Oppermann, Die Rezeption des nord- amerikanischen Rechtsrealismus durch die deutsche Topikdiskussion, Diss. Frankfurt 1985.

 

Ferner den Artikel Topik von Seibert in Handwörterbuch deutsche Rechtsgeschichte.

Positiv ferner Helmut Coing, Über einen Beitrag zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung, ARSP 1948/49  = in D.Simon, Hrsg., Helmut Coing - Gesammte Aufsätze zu Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Zivilrecht, Band 1, S. 147 ff.

 

siehe auch Harro Otto, Methode und system in der Rechtswissenschaft, ARSP 1969, S.493 ff.

 

und Wilhem Henke, Alte Jurisprudenz und neue Wissenschaft, JZ 1987, S. 685 ff., zur Topik S. 689 f.

 

20. Zur Kritik an der Topik:

siehe auch H.J.Koch, EuGRZ 1986, S. 345 ff.

a) Claus-Wilhelm Canaris, Systemdenken und Systembegriff in der Jurisprudenz: Entwickelt am Beispiel des deutschen Privatrechts (Bsp. Engisch, ZStW 1971, eher krit. Grimm, AcP 171, S. 266 und Wieacker, Rechtstheorie 1970, S. 107 ff. insb. S.116 zu Canaris Kritik an Viehweg, Bsp. Josef Esser, RabelsZ sowie Fabian Steinhauer, Das rehetorische Ensemble )

Claus-Wilhelm Canaris, Gesammelte Schriften herausgegeben von Hans Christoph Grigoleit Jörg Neuner

b) Franz Bydlinski, Juristische Methodenlehre und Rechtsbegriff, Seite 140 ff.

noch deutlicher ders.,Über prinzipiell-systematische Rechtsfindung im Privatrecht, 19951, S. 18 ff.

c )Uwe Diederichsen, Topisches und systematisches Denken in der Jurisprudenz, NJW 1966, S. 697 ff.

d) Josef Franz Lindner, Theorie der Grundrechts

dogmatik, S. 165 mit Verweis auf Canaris und Diederichsen

 

Entwicklungslinien zeichnen nach

Jens Petersen, Von der Interessenjurisprudenz zur Wertungs- jurisprudenz: Dargestellt an Beispielen aus dem deutschen Privatrecht und 

Jan Schröder, Recht als Wissenschaft. Geschichte der juristischen Methode vom Humanismus bis zur historischen Schule. Beck, München 2001

Vergl. auch Torstein Eckhoff/Nils Kristian Sundby, Rechts- systeme, 1988, die mit dem Begriff "Richtlinien" arbeiten.

 

Die Kritik an der Topik ist nicht ganz unberechtigt, soweit dort (S. 109) ausgeführt wird, dass bei der Topik unklar bleibt, welche Gesichtspunkte genau bei einer konkreten Rechtsfrage Relevanz haben  sollen.

In der Tat: Vorrangregeln scheint die Topik - anders als das bewegliche System Wilburgs- nicht zu kennen.

 

Ähnl. G.Hager, Rechtsmethoden in Europa, 2009, S. 312: "Topik als Sammelbecken verschiedenster rechtlicher und praktischer Gesichtspunkte."

 

ähnl.Krawietz, Recht als Regelsystem, 1984, S. 198 (Topik keine Alternative)

 

Ein praktischer Anwendungsfall der Topik ist beispielsweise die Normkonkretisierung im Privatrecht; hierzu die gleichnamige Schrift von A.Röthel, aber krit.zu Katalogen S.140 ff.,ferner M. Schilig, Konkretisierungskompetenz und Konkretisierungsmethoden im Europäischen Privatrecht..

 

Siehe auch Franz Hacker,Methodenlehre und Gewerblicher Rechtsschutz - dargestellt am Beispiel der markenrechtlichen Verwechslungsgefahr,GRUR, S. 537-548



Michael Potacs,  Kritischer Rationalismus und Jurisprudenz, ZfV 1993, 109-115.

 

Zur Praxis des BGH Festvortrag

des Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof Gerd Nobbe zum Thema

„Der Bundesgerichtshof – Innenansichten zur Struktur, Funktion und Bedeutung“

 Dort heisst es w ö r t l i c h:

"Gute höchstrichterliche Rechtsfortbildung ist in Teilen Gesetzgebung mit anderen Mitteln und in aller Regel in deutlich kleineren Dimensionen. Sie ist deshalb unbedingt gehalten, soweit das nur möglich ist, mitzubedenken, welche Auswirkungen sie auf das Verhalten von Bürgern vermutlich hat. Ich will auch dies an einem Beispiel erläutern, diesmal nicht aus dem Bereich der Banken, sondern der mit ihnen inzwischen eng liierten Versicherungswirtschaft:

 

Vor einigen Jahren stand der Bundesgerichtshof vor der Frage, ob er die in Gebäudeneuwert- versicherungsverträgen enthaltene Klausel, daß die Neuwertversicherungssumme nur dann verlangt werden kann, wenn das durch Brand zerstörte Gebäude mehr oder weniger am alten Standort in gleicher Funktion wiedererrichtet wird, noch hinnehmen oder aber als unangemessene Benachteiligung der Versicherungsnehmer ansehen solle.

 

siehe ferner Dieter Simon, Alle Quixe sind Quaxe Aristoteles und die juristische Argumentation,, JZ

Topik und richtiges Recht- Grundlagen einer Staatsreform.. von Max Walter

 

Ernst A. Kramer (Methenlehre) meint

 

Richterrecht ist induktiv-heuristische Abwägung von Lösungsgesichtspunkten rechtlicher oder ausserrechtlicher Provenienz, namentlich die Bewertung der Folgen eines richterrechtlichen Präjudizes, wobei die Interessen aller involvierten Betroffenen abzuwägen sind. In diesem Sinn hat die richterrechtliche Entscheidungsbegründung eine grundsätzlich topische Struktur. Die Topik kann als die denkende Techne definiert werden, die sich am zu lösenden Problem orientiert: Die Topik ist die Techne des Problemdenkens. Aufgabe der Rechtswissenschaft ist es in dieser Optik, systematisch Repertoires von plausiblen Problemlösungsgesichtspunkten („Topoi“) zu erarbeiten. Diese Topoikataloge können auf verschiedenen Argumentationsebenen angesiedelt sein. Ihnen kommt jedoch nur instrumentale, heuristische Funktion zu.

Zusf. Gröschner - Sommersemester 2013- Juristische Methoden-und Argumentationslehre 

>§ 12 Juristische Rhetorik

2. Zu Viehweg und Kriele als modernen Klassikern der juristischen Topik:
a) Mit seiner kleinen Schrift „Topik und Jurisprudenz“ (1953, 5. Aufl. 1974) hat Theodor Viehweg eine internationale Diskussion ausgelöst, die bis heute anhält. Ihm kommt das Verdienst zu, die Topik als „geistiges Gefüge“ und als „Techne des Problemdenkens“ (S. 14) philosophisch wiederentdeckt und methodologisch reetabliert zu haben. Auch wenn man die Nähe zur „Aporetik“ Nicolai Hartmanns kritisch sehen kann (Gröschner, Dialogik und Jurisprudenz, S. 202 ff.), muß man die Viehwegsche Topik gegen unberechtigte Angriffe (vor allem seitens der zivilrechtlichen Methodenlehre) verteidigen. Das topische Problemdenken ist kein kontradiktorischer Gegensatz
zum systematischen Denken der Dogmatik, sondern ein konträrer; d.h.: Topik schließt Systematik nicht aus, sondern ist das andere Ende einer mit strengen dogmatischen Begriffen beginnenden und mit mehr oder weniger unbestimmten
Topoi endenden Skala juristischer Begründungen. Topoi sind vor allem dort erforderlich, wo das Gesetz selbst keinen streng dogmatischen Begründungsansatz ermöglicht.


b) In seiner „Theorie der Rechtsgewinnung“ (1967, 2. Aufl. 1976) hat Martin Kriele die Topik auf das Verfassungsrecht angewandt und als „verfassungsjuristische Methode“
(S. 114 ff.), fruchtbar gemacht. Zutreffend heißt es dort: „Die sog. ‘topoi’ werden
von keinem Verfechter der Topik-These als genügend zur Problemlösung angesehen.
Topoi sind lediglich Problemlösungsvorschläge, die zur Diskussion stehen .... Insbesondere – das ist besonders wichtig – belehrt uns der Rückgriff auf die klassische Topik, daß seit Aristoteles, dem Begründer der Logik, die sog. Schlußverfahren
der juristischen Logik – Analogie, argumentum e contrario, a fortiori, a majore ad minus usw. – bloße topoi sind“ (S. 151).

 

Ferner:  

Quelle:

http://www.uni-due.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/hermeneutik/jhermeneutik.htm

 

Juristische Hermeneutik

„Die zentrale hermeneutische Situation in Streitfällen ist das Gerichtsverfahren: Hier wird in einer mehr oder weniger geregelten Prozedur überprüft, ob der tatsächliche Fall unter die Geltung einer gesetzlichen Norm fällt oder nicht. Dabei dürfen von definierten Rollenträgern, etwa von den Rechtsanwälten streitender Zivilparteien, konkurrierende (und jeweils interessengeleitete) Interpretationen vorgetragen werden. Der oder die Richter entscheiden den Streit der Interpretationen (Paul Ricoeur), sie besitzen eine vom Staat und seinem Gewaltmonopol garantierte Interpretations- und Entscheidungsmacht; manchmal setzt sich allerdings der Streit der Interpretationen innerhalb eines Gerichts fort.“

Im modernen rechtsstaatlichen Verfahren wird die Gefahr der 'falschen' Interpretation durch ein mehrstufiges Verfahren eingegrenzt. Die Deutung bzw. das Urteil einer Instanz kann bestritten und gegebenenfalls revidiert werden. In jedem Fall aber ist es Ziel der Rechtssprechung, dem notwendig unspezifisch bleibenden Gesetzestext eine eindeutige Auslegung, Applikation oder Konkretisierung zu geben. Ein grundsätzliches Problem, das sich dabei stellen kann, ist das der Historizität. Gesetzestexte müssen ergänzt, verändert, "novelliert" werden, um die Vielfalt der Fälle, und die neuartigen Fälle zu erfassen, die unsere historisch sich wandelnde Lebenswelt hervorbringt. Anders als in der theologischen Hermeneutik hilft es in der Rechtssprechung nur sehr begrenzt, die alten Formulierungen auf neue Situationen zu übertragen, also symbolisch zu interpretieren: das würde dem Gebot der Eindeutigkeit und Sachangemessenheit zuwiderlaufen.

Lit.:

 

  1. J. Esser: Die Interpretation im Recht, in: Studium Generale 7 (1954), S. 372-379.
  2. M. Kriele: Besonderheiten juristischer Hermeneutik, ebd., S. 409-412.
  3. D. Nörr: Triviales und Aporetisches zur juristischen Hermeneutik, in: M. Fuhrmann / H.R. Jauß / W. Pannenberg (Hg.): Text und Applikation. Theologie, Jurispudenz und Literaturwissenschaft im hermeneutischen Gespräch, München 1981, S. 235-246.

Jürgen Weitzel, Werte und Selbstwertung juristisch-forensischen Begründens heute in Juristische Argumentation - Argumente der Juristen. - Köln : Böhlau. - (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich ; 49)